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verlängerung linie 2 & 10

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Die Planung


Die Neubaustrecke der Verlängerung der Linien 2 und 10 beginnt am Knotenpunkt Sebaldsbrücker Heerstraße / Brüggeweg.



Beide Linien werden im Zuge der Sebaldsbrücker Heerstraße über die sogenannte „Mercedes-Benz-Brücke“ zum Knotenpunkt Sebaldsbrücker Heerstraße /Hermann-Koenen- Straße geführt.
Die Strecke der Linie 2 führt dann im Zuge der Osterholzer Heerstraße weiter zum Osterholzer Ortsteil „Ellener Feld“ und endet dort an der Osterholzer Landstraße.



Die Strecke der Linie 10 hingegen zweigt an der Hermann-Koenen-Straße ab und führt bis in Höhe von Tor 8 des Mercedes-Benz-Werkes Bremen und endet dort in einer Wendeschleife.



Grundlegender Planungsansatz ist, die Straßenbahnlinien weitestgehend separiert vom motorisierten Individualverkehr zu führen. Dies ist auch auf dem größten Teil der Verlängerungsstrecken realisierbar. Lediglich im Zuge der „Mercedes-Benz-Brücke“ ist es unumgänglich, dass sich Autos und Straßenbahn die jeweils linken Fahrstreifen dieser 4- streifigen Brücke teilen. Hierbei wird die Straßenbahn beim Verlassen des jeweils vor dem Bauwerk liegenden besonderen Bahnkörpers mittels entsprechender Signalisierung der Vorrang eingeräumt. Signaltechnisch und in Bezug auf die Verkehrsabwicklung ist dies unproblematisch, zumal in der heutigen „Problemzone“ vor dem Betriebshof Sebaldsbrück das Ein- und Ausbiegen der Straßenbahnen weitestgehend entfällt und somit auch für den Autoverkehr eine flüssigere Abwicklung sichergestellt werden kann.

Auf den weiteren Streckenabschnitten wird die Straßenbahn auf einem besonderen Bahnkörper in Mittellage geführt. In der Regel wird der neue Bahnkörper zweigleisig ausgebildet. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme und zwar vor dem Haupteingang des Osterholzer Friedhofes, dessen Eingangsensemble denkmalgeschützt ist und aus diesem Grunde einer besonderen Betrachtung zu unterziehen war.

Wo keine Mitbenutzung des Bahnkörpers durch Busse notwendig ist, wird dieser mit einem „offenen“ Oberbau als Rasenbahnkörper ausgeführt. Ausschlaggebend für diese Bauweise sind städtebauliche, schalltechnische und ökologische Gesichtspunkte. Wo es die vorhandenen Platzverhältnisse zulassen wird der Bahnkörper zusätzlich ein- bzw. beidseitig durch Baumreihen eingefasst.

Die Planungsansätze für den motorisierten Individualverkehr bedingen sich durch die Funktion und die Bedeutung der beplanten Straßen in der städtischen Netzstruktur. Die Sebaldsbrücker - bzw. Osterholzer Heerstraße bilden die Hauptzufahrtsachse aus dem Bremer Osten und den östlichen Umlandgemeinden in Richtung Hemelinger Tunnel und die Bremer Innenstadt. Die Hermann-Koenen-Straße als Gewerbeerschließungsstraße erfüllt in ihrer Funktion die Anbindung des Mercedes-Benz Werkes über die Hauptzufahrtstore 7 und 8 an das Hauptstraßennetz und nimmt darüber hinaus eine maßgebliche Verbindungsfunktion für die Stadtteile Sebaldsbrück und Blockdiek/ Vahr wahr. Die Fahrbahnen für den motorisierten Individualverkehr sind in ihren Abmessungen und Fahrstreifenanzahl auf Basis der vorliegenden aktuellen Verkehrszahlen bzw. Prognosedaten für das Jahr 2015 und der vorab beschriebenen Funktion und Bedeutung im Straßennetz entsprechend dimensioniert.

Auch für den nicht motorisierten Verkehr waren grundlegende Ansätze bei den Planungen zu berücksichtigen. Hierzu gehören u.a. Hauptwegebeziehungen für Fußgänger und die Führung des Radverkehrs. Auch die Grundsätze einer barrierefreien Gestaltung des Straßenraumes waren zu berücksichtigen

Die im Weiteren beschriebenen und dargestellten Planungsinhalte wurden im Rahmen eines projektbegleitenden Arbeitskreises unter Federführung des Vorhabenträgers (Bau und Vermietung von Nahverkehrsanlagen -Betrieb gewerblicher Art- BgA) mit folgenden Planungsträgern und Institutionen erarbeitet:

- Senator für Bau, Umwelt und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (SUBVE) - Amt für Straßen und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (ASV) - Bremer Straßenbahn AG (BSAG) - Ortsamt Osterholz - Ortsamt Hemelingen

Abschnitt Brüggeweg bis Hermann-Koenen-Straße

Die Planung beginnt am Knotenpunkt Sebaldsbrücker Heerstraße / Brüggeweg. Hier ist zwar heute bereits ein besonderer Bahnkörper vorhanden, durch die neue Trassierung über die „Mercedes-Benz-Brücke“ ist jedoch eine Lageanpassung notwendig und auch die Haltestelle Sebaldsbrück, die derzeit ausschließlich auf dem Betriebshofgelände angeordnet ist, zukünftig aber auch die Straßenbahnverlängerung berücksichtigen muss, war zu überdenken.


Lageplan 1 [vergrößern]

Das Ergebnis zeigt die Zusammenfassung der Haltestellen „Segelsbrück“ und „Sebaldsbrück“ im östlichen Quadranten des Knotenpunktes zur neuen Haltestelle „Schlossparkstraße“. Diese Haltestelle kann sowohl von den Straßenbahnen, als auch von den dort verbleibenden Buslinien genutzt werden.

Im Verlauf von Planungen kristallisieren sich meist Bereiche heraus, die aufgrund besonderer Erfordernisse verschiedenartiger Natur noch eingehender als die übrigen Bereiche betrachtet werden müssen. Dies war auch bei dieser Planung nicht anders.

Einer dieser Punkte war die „Mercedes-Benz-Brücke“.


Lageplan 2 [vergrößern]



Hier gaben vor allem technische Aspekte einige Fragestellungen auf, die es zu lösen galt. Im Vordergrund stand die Tragfähigkeit der Brückenkonstruktion, die ja die zusätzlichen Lasten der Straßenbahnzüge tragen muss. Bei den früheren Planungen zum Bauwerk waren zwar bereits Lastannahmen für eine Straßenbahnführung eingestellt worden, allerdings ging man damals davon aus, dass für den Autoverkehr in Richtung Zentrum eine neue Brücke parallel zum vorhandenen Bauwerk erstellt werden soll. Die Straßenbahn wäre dann auf dem heutigen Bauwerk auf der nördlichen Seite über einen besonderen Bahnkörper geführt worden. Für solch eine Lösung waren alle technischen Voraussetzungen vorgesehen. Vor dem Hintergrund der knappen Finanzressourcen und der durchzuführenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen wäre dieser Planungsansatz jedoch heutzutage nicht mehr erfolgreich. Es war somit nach einer Lösung zu suchen, die ohne einen Brückenneubau in allen Belangen realistisch umsetzbar ist.

Nach unterschiedlichen Querschnitts- und Auslastungsbetrachtungen fiel die Wahl auf die Lösung mit einer Mischnutzung der linken Fahrspur durch motorisierten Individualverkehr (MIV) und Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Eine erste grobe statische Betrachtung ergab, dass die Brücke die Belastungen tragen kann, sofern die Eigenlast durch einen möglicherweise geänderten Fahrbahnaufbau nicht zu stark erhöht wird.
Spezielle Fachplaner der Brückenbauabteilung des ASV und des Gleisbaues der BSAG haben sich dann dieser Problematik detailliert angenommen. Derzeit stehen noch verschiedene Lösungen zur Auswahl, bei denen Vor- und Nachteile noch letztendlich abzuwägen sind. Fest steht aber: Die Grundidee lässt sich technisch umsetzen.




Östlich der „Mercedes-Benz-Brücke“ wird der früher bereits eingeplante Raum in Mitte der Sebaldsbrücker Heerstraße zur Herstellung eines zweigleisigen besonderen Bahnkörpers genutzt. Lediglich im Bereich der Haltestelle „Saarstraße“ wird die Oberfläche eingedeckt, da hier Bus und Bahn die Haltestelle benutzen sollen und ein Umsteigen zwischen Bahn und Bus so leicht möglich gemacht werden soll.

Diskussionen vielschichtiger Art gab es in der Arbeitsgruppe bezüglich der Lage der Haltestelle „Osterholzer Friedhof“. Erschließungsgrad, Zugänglichkeit aus den anliegenden Wohnquartieren, Raumbedarf im Straßenraum und Funktionalität des Knotenpunktes gaben abschließend den Ausschlag für die nun geplante Lage im westlichen Quadranten des Knotenpunktes Sebaldsbrücker Heerstraße / Hermann-Koenen-Straße.




Abschnitt Hermann-Koenen-Straße bis Osterholzer Landstraße

Im weiteren Verlauf der Osterholzer Heerstraße ist für die Straßenbahn ebenfalls ein besonderer Bahnkörper in Mittellage und mit einem Rasenbahnkörper geplant.

Spannend war in diesem Abschnitt vor allem auch die Diskussion, die sich um den historischen Eingangsbereich des Osterholzer Friedhofes an der Osterholzer Heerstraße entfachte. Sollte zunächst der neue Straßenzug dort gradlinig neu geplant werden und ein Teil der alten Friedhofsmauer den neuen Gegebenheiten angepasst werden, keimte hierzu im Laufe der Planung Widerstand seitens des Denkmalschutzes und der Stadtgestaltung auf. Deutlich wurde in den Gesprächen, wie historisch wertvoll diese heutige Portal- und Vorplatzsituation des Friedhofes für den Ortsteil und die Gesamtstadt ist, sodass hier nach alternativen Lösungen zu den ersten Planungsüberlegungen gesucht werden musste. Unterschiedliche Ansätze wurden verfolgt. Der eine Ansatz favorisierte Einschränkungen beim MIV, der andere erforderte solche beim ÖPNV. Auch hier waren Vor- und Nachteile der Varianten sorgsam abzuwägen; Gutachten, insbesondere in Bezug auf die verkehrstechnischen Auswirkungen der alternativen Lösungen wurden zur Abwägung herangezogen. Letztlich fiel die Wahl auf eine Lösung, bei der die neue Gleistrasse auf einem kurzen Abschnitt eingleisig ausgebildet wird. Der Straßenbahngegenverkehr wird hierbei signaltechnisch gesichert. Für den MIV verbleiben nun durchgängig zwei Fahrstreifen, die vor dem Friedhofsbereich etwas in die Mitte des Straßenraumes verschwenken, bevor sie wieder in heutigen Fahrbahnverlauf einmünden.


Die Straßenbahnverlängerung endet dann in dem Knotenpunktbereich der Osterholzer Heerstraße / Osterholzer Landstraße. Vor wenigen Jahren entstand hier auf der nordwestlichen Seite die neue Marktplatzfläche. Auf der gegenüberliegenden Fläche im Südwesten des Knotenpunktes soll nun die Wendeschleife, die gleichzeitig auch Endpunkt von Bussen und damit auch Umsteigepunkt sein wird, platziert werden. Damit entsteht dort ein städtebaulicher Gegenpol zur der Marktplatzfläche. Mit einem kleinen P+R-Platz im südöstlichen Quadranten und einer gleichzeitigen „Öffnung“ des Stadtbildes entsteht an diesem Ort insgesamt ein neuer großzügiger Stadtraum. B+R-Plätze in der Mitte der Wendeschleife, Bäume und eine Platzoberfläche, die eine Markterweiterung von Nord nach Süd möglich macht sowie die Haltestellen für Straßenbahn und Bus geben dem neu entstehenden Platz seine Funktionalität. Zu berücksichtigen war bei der Gestaltung aber auch die dort befindliche Feuerwehreinsatzzentrale, deren Funktionalität und deren Gebäude zu erhalten sind. Dies ist durch geänderte Zufahrtregelungen und die Sicherstellung möglicher Alarmfahrten über die Osterholzer Heerstraße in alle Richtungen sichergestellt. Ein leichter Verschwenk der südlichen Fahrbahn der Osterholzer Heerstraße sichern den Gebäudebestand der Feuerwehrwache. Durch eine Lärmschutzwand, in die ein Funktionsgebäude für swb-bremen und BSAG integriert wird, erfolgt gleichzeitig ein Schutz der vorhandenen Wohngebäude an der Osterholzer Dorfstraße bzw. Schmidt-Barrien-Weg.




Abschnitt in der Hermann-Koenen-Straße

Die Planung der Strecke für die Linie 10 in der Hermann-Koenen-Straße führt auch in diesem Straßenzug zu Veränderungen. Prämisse der Planung war hier vor allem auch, die Funktionalität des Autoverkehrs und zwar sowohl für den Werkslieferverkehr, als auch für Mitarbeiterverkehr ebenso wie für den sonstigen MIV nicht zu stören. Gleichsam sollte aber auch sparsam mit Ressourcen umgegangen, Grunderwerb weitestgehend vermieden werden. Im Ergebnis bleibt nun die Bordsteinführung auf der Westseite größtenteils unverändert, vier Fahrspuren und entsprechende Abbiegespuren für den MIV bleiben erhalten, wenn in Mittellage der Straße der besondere Bahnkörper, ausgebildet als Rasengleis, in den noch Osten erweiterten Fahrbahnraum integriert wird. An der Haltestelle „Mercedes-Benz-Werk Tor 8“ wird das Umsteigen zwischen Bahn und Bus ermöglicht. Aus diesem Grunde wird die Haltestelle in Fahrtrichtung Zentrum in der Oberfläche geschlossen.

Radverkehr in dem besagten Abschnitt der Hermann-Koenen-Straße wird auf der Westseite für beide Richtungen gebündelt. Die vom Radverkehr auf der Ostseite im Wesentlichen genutzte Parallelführung über den Steinmetzenweg bleibt erhalten.



Mit der Straßenbahnwendeschleife und –haltestelle in diesem Bereich wird gleichsam der Eingang des Osterholzer Friedhofes in Höhe der Kapelle von der Hermann-Koenen-Straße aus zugänglich gemacht. Dies bringt insbesondere älteren Menschen erhebliche Vorteile, die die Gräber ihrer Angehörigen auf diesem Teil des großen Friedhofes besuchen wollen. Die heute vorhandenen Parkplatzflächen des Friedhofes und des Mercedes-Benz-Werkes werden im Zuge des Ausbaus neu sortiert.